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Es gibt neun Höllen. Sie alle erfüllen einen ähnlichen Zweck: sie strafen Menschen, die in ihrem Leben überwiegend Schlechtes taten. Während andere Höllen ein System und sogar beinahe wirkliche Zivilisationen aufweisen, sind Andere eine Dimension gähnender Leere. Wenn man in die erste Hölle kam, die Hölle, die schon in der Bibel erwähnt wird, die in der „Lucifer herrscht“, dann wurde man dort geläutert und gefoltert. Von dort aus konnten einem drei Dinge geschehen: einem wurde die Ehre zu Teil, selbst ein Dämon zu werden, man wurde bis in die Unendlichkeit gefoltert, oder man wurde in die nächste Hölle geschickt. Was dort passierte, konnte niemand sagen, da man, wenn man erst dort war, nicht mehr zurückkehren konnte. Der Grund also, warum man herausfand, dass es neun Höllen gab, war eine Erzählung, die unter den Dämonen die Runde machte. So hieß es, dass wenn man alle neun Höllen hinabgestiegen war, Einem eben diese gefürchtete gähnende Leere erwartete.

Eine Dimension, die grundsätzlich der ersten Hölle Lucifers angehörte, war die Zalgos. Dieser war der Herrscher dort und galt laut seines Volkes als edel, aber ungeduldig und manchmal zu brutal, trotz der Tatsache, dass es die Natur der Dämonen war, brutal zu sein.

In diese Dimension gehören die Halbdämonen und die Wahndämonen und eigentlich alle Dämonen, die nicht zu den Vollblutdämonen gehörte. Ein „Vollblutdämon“ ist sozusagen eine von Lucifer selbst bestimmte Gattung und beschreibt lediglich die Dämonen, die mit Lucifer gefallen waren und deren Nachfahren. Die Meinungen zu diesen „Vollblutdämonen“ gehen dabei weit auseinander. Während Einige glauben, diese Dämonengattung sei berechtigt, sehen es andere gar als Beleidigung oder Ausgrenzung.

Manchen jedoch interessiert das Thema schlicht weg nicht, denn sie scheinen, ihrer Meinung nach wichtigere Probleme zu haben…

Seine Beine trugen ihn in einer Geschwindigkeit, die beinahe als nicht möglich wahrgenommen werden könnte, während er nun schon seit einer halben Stunde durch den Wald rannte. Die Bäume waren aus schwarzem Holz und trugen keine Blätter, weshalb es so aussah, als würden sich dürre Finger in Richtung des trüben, grauen Himmels strecken. Seine Pfoten schienen zu brennen, doch er machte keinen Halt. Sein Fell hing nun schon ein drittes Mal in Sträuchern fest, doch er spürte den Schmerz nicht, der ihn eigentlich durchzucken sollte, als ein Wenig seines Fells abgerissen wurde.

Ein kleiner Hang tat sich vor ihm auf, doch sein Blick richtete sich weiter nach vorn, während er den Hang mit Leichtigkeit überwand.

Seine Ohren stellten sich auf. Er war bald am Ziel.

Sein Ziel erreichte er, als sich ein großes, schwarzes Haus vor ihm auftat. Es war schon älter, doch noch immer bewohnt. Es befand sich am Waldrand und im farblichen Einklang mit den schwarzen Bäumen um sich herum, weshalb es nicht direkt auffiel, es sei denn es wurden die Lichter im Inneren entfacht.

Er rannte den Gehweg – er war mit Pflasterstein bedeckt, der schon bessere Tage gesehen hatte – und machte vor der schwarzen Tür halt. Ein alter Türklopfer in Form eines gargoyleartigem Wesen, welches den schweren Messingring trug diente als Klingel. Er stellte sich auf seine Hinterbeine und mithilfe seiner Schnauze brachte er den Ring in Bewegung und klopfe an. Wie von selbst öffnete sich die schwere Eingangstür und ein lauter Quietschlaut war zu hören, während sie aufschwang.

Sein Nackenfell stellte sich auf bei diesem Geräusch und er musste sich schütteln, bevor er eintrat.

Die Eingangshalle war ein wenig veraltet und es hingen einige Spinnennetze an der Decke. Die Halle war mit alten Gemälden von seltsamen Kreaturen geschmückt und einige Kerzenhalter hingen an den Wänden, einige Kronleuchter von der Decke.

Zwei breite Treppen führten nach oben und zwischen ihnen befand sich eine Flügeltür, die in einen weiteren Saal führte. Er machte einige Schritte nach vorn.

„Du…bist schon wieder da?“, fragte plötzlich eine Stimme von hinten. Die Person im Schatten war an eine Wand gelehnt. Der Vierbeiner war kurz zusammengefahren und sah dann nach rechts, woher die Stimme kam. Die Person – es war ein Mann und seine Stimme war ziemlich dunkel – kicherte: „Du hast dich erschreckt.“ Dann trat er aus dem Schatten. Der weiße Hoodie mit den braunen, getrockneten Blutflecken, sowie die schwarze Hose waren wohl schon länger nicht gewaschen worden. Der Vierbeiner sah hoch in das Gesicht des Mannes. Sein kalkweißes Gesicht, welches ledrig aussah wurde von schwarzen,  zotteligen Haaren umrahmt und sein Mund war auf grausame Weise zu einem Lächeln verzerrt. Seine Augen waren von tiefschwarzer Farbe umrahmt und er blinzelte nicht. Seine viel zu kleinen Pupillen gaben dem schaurigen Äußeren des Mannes den Rest. „Jeff…“, grummelte der rot-schwarze Hund. Auch er selbst besaß ein grausiges Grinsen auf der Schnauze. Während der Hund sprach, bewegte sich sein Mund nicht. „Wo warst du überhaupt, Smile?“, fragte Jeff verwundert. Durch sein verzerrtes und eingeritztes Grinsen, war er manchmal schwer zu verstehen.

„Unten…in der Stadt. In der Bar hab ich etwas aufgeschnappt.“, erklärte der Hund knapp. Jeff schien sichtlich interessiert – obwohl, eigentlich ließen sich Gesichtsausdrücke von ihm ebenfalls schwer lesen, wegen all der Narben und dem entstellten Gesicht – zumindest kam er ein Stück näher. „Was denn aufgeschnappt? Was interessantes?“, fragte er und fuhr mit dem Daumen über die Schneide seines Messers. „Es wird dich interessieren, aber erst sollte der Chef davon erwahren.“, erwiderte der Hund. Jeff bekam große Augen – wenn das überhaupt möglich war – und sah auf den Hund. „Raus damit! Raus mit der Sprache! Wenn du deswegen sogar zum Chef willst, MUSS ich das jetzt wissen!“, der Schwarzhaarige sah gespannt auf das Tier, doch dieser antwortete nicht, sondern sah sich um. „Smile, SAG ES MIR!!“, schrie Jeff  wild herum. „Wie ungeduldig…“, dachte der Hund nur für sich und lief durch die Eingangshalle, um den Ausgang in den Garten herauszugehen.

„Smile!“, hörte er Jeff noch aus dem Haus, als die Tür dann schließlich zufiel und der Hund im stillen Garten stand. Auch der Garten besaß einige Wege aus Pflasterstein, alte Steinbänke, wobei einige schon halb zerfallen sind und Bäume, die keine Blätter besaßen. Das Graß war gräulich verfärbt und wenn man von der Erde herkam, dachte man, es wäre krank, doch hier ist das normal.

Ein großer, schlanker man mit kahlem, weißem Hinterkopf und Anzug stand in der Mitte des Gartens und rührte sich keinen Millimeter von der Stelle.

Langsam kam Smile näher. „Slender? Ich…war in der Stadt und habe in einer Bar etwas aufgeschnappt, was dich sehr interessieren könnte.“, erklärte der große Hund und sah zu seinem Chef hoch. Dieser drehte sich nicht zu ihm. „Es ist eine Gruppe Vollblutdämonen in Zalgos Reich eingedrungen und sie scheinen nichts gutes vorzuhaben…“

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Ich werde wohlmöglich sehr selten hier etwas hochladen, da ich ziemlich viel zu tun habe, aber ich versuche irgendwie aktiv zu bleiben.