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„Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.“

- Mark Twain


...


Kapitel 1 – Du wirst nicht wieder aufwachen


"Weitere Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren wurden heute Morgen offiziell für vermisst erklärt. Die Eltern der Kinder sagen, dass ihre Söhne und Töchter gerne am Waldrand nahe der ländlichen Kleinstadt spielten. Schon den ganzen Tag wurden immer wieder Suchtruppen ausgesandt, um nach den Kindern zu suchen, allerdings fanden sie nicht die Kinder, jedoch 8 Seiten aus Papier, auf welche mit schwarzem Filzstift eine menschenähnliche Figur ohne Gesicht wild gezeichnet wurde. Falls Sie genauere Informationen zu den verschwundenen Kindern liefern können, auch wenn es nur etwas Kleines ist, verstä-"

Matt schaltete den Fernseher aus. Jeden Tag wurden nur schlechte Nachrichten übermittelt. Vor Monaten war es eine Massenpanik in Japan; über Hundert Kinder begangen aus unerklärlichen Gründen Selbstmord. Immer wieder wurde die letzten Wochen von einem Bild eines sibirischen Huskys berichtet, das im Internet die Runde macht und angeblich Leuten schlaflose Nächte bereitete. Und jetzt das. Kinder verschwinden auf unbekannte Weise aus kleinen Dörfern und Städten, welche in der Nähe von wäldlichen Gebieten liegen.

Matt brauchte jedoch keine Angst haben, er wohnte ja in einer Großstadt. In solchen Gegenden hatte sich diese Person oder dieses Ding, das für diese Schwunde verantwortlich war, noch nie gezeigt. Das Gefährlichste dort war lediglich der Smog der Abgase, der den Himmel über der Stadt in einem leichten grün-gräulichen Schimmer glühen lies.

*Klingeling* Matts Handy klingelte, während er gerade auf dem Weg in sein Zimmer war.

"Ja, Hallo?"

"..."

"Hallo?" Schweres Atmen war am anderen Ende der Leitung zu hören bevor der unbekannte Anrufer auflegte.

"Was zur Hölle?" lies Matt los, als ihm etwas unwohl wurde.

"Wahrscheinlich nur jemand der sich verwählt hat und es nicht ansprechen wollte..." dachte er sich, als er das Gefühl abschüttelte und weiter in sein Zimmer ging.

*Klingeling* Sein Handy klingelte wieder. "Schon wieder der?" fragte sich Matt.

"...H-Hallo?" Matt lauschte aufmerksam.

"Matt? Ja hey, ich wollte fragen ob du Lust hast mit Tim und mir morgen mal ins Schwimmbad zu gehen."

"Ben, bist du das? Was willst du denn im Schwimmbad? Du kannst doch gar nicht schwimmen." erwiderte Matt, während er versuchte das Lachen zu unterdrücken.

"Naja, du weißt ja, dass Tim was von dieser Lisa aus meiner Klasse will, ja? Und sie ist morgen eben im Schwimmbad und da er nicht alleine gehen möchte, hab ich mich eben geopfert. Vielleicht wird es ja ganz lustig."

"Oh du Armer. Leider kann ich nicht mitkommen, ich muss mich um den Hund meiner Tante kümmern. Meine Tante muss ins Krankenhaus und sie hat sonst niemanden, der sich um ihren Hund kümmern kann."

"Oh okay, na dann wünsch' ich dir viel Spaß dabei, haha."

"Haha, ich lach mich tot. Egal, wünsch' ich euch auch und stachle Tim mal an, sodass er endlich mal Lisa anspricht, der macht sich nur kaputt sonst."

"Jap werd' ich. Na dann, bis die Tage, tschau."

"Bye."

Matt steckte sein Handy in seine Hosentasche und setzte sich vor seinen Computer.

Er schaute kurz nach, ob er neue Mails bekommen hatte; nichts, jedenfalls nichts wichtiges, hauptsächlich Spam und Werbung. Matt wollte schnell überprüfen, ob es auf Facebook etwas neues gab und tatsächlich, er hatte eine neue Freundschaftsanfrage. Eine gewisse Jane Arkensaw hatte ihn nur Minuten zuvor eine Anfrage geschickt. Matt kannte sie nicht, aber da er sowieso nichts zu tun hatte und ihn die weiße Haut und das schwarze Haar dieser jungen Frau faszinierte nahm er sie in seine Freundesliste auf. Kaum hatte er auf "Annehmen" geklickt, erhielt er schon eine Nachricht; auch von dieser Jane.

"Geh nicht schlafen, du wirst nicht wieder aufwachen."

"Was soll das heißen und woher kennst du mich eigentlich?"

"Das interessiert jetzt nicht. Er wird zu dir kommen und du darfst unter keinen Umständen schlafen gehen!"

"Wer ist 'Er' und was soll das mit dem schlafen gehen? Ich verstehe gar nichts."

"Du wirst es früh genug erfahren. Bleib einfach nur wach und aufmerksam. Ich werde versuchen dir so gut wie möglich zu helfen."

"Helfen? Bei was helfen? Kannst du mir bitte erklären was du meinst?"

Im selben Moment als Matt die Nachricht abschickte, ging Jane offline und kam für den Rest des Tages nicht wieder zurück. Matt blieb noch etwas am Computer und wartete auf Jane und versuchte darüber nachzudenken, was sie mit dem ganzen gemeint hatte. Nach ein paar Stunden wurde er aber langsam müde und Matt konnte die Anweisung von Jane "wach zu bleiben" nicht befolgen.



Kapitel 2 – Die Suche nach ihr


Matt wachte durchgeschwitzt auf. Das komplette Bettlaken war von seinem Schweiß durchnässt.

Hatte er das alles nur geträumt, fragte er sich, als er aufstand und sich zu seinem Computer begab. Er wollte nachsehen, ob er wirklich diese Jane Arkensaw in seiner Freundesliste hatte.

Nichts. Keine Spur von Jane. Weder in der Freundesliste, noch in den Nachrichten konnte er irgendetwas finden. Matt fiel ein Stein vom Herzen als er realisierte, dass alles nur ein Traum war. Jedoch bemerkte er im selben Moment eine Statusmeldung seines Freundes Ben.

„Mit Tim im Schwimmbad, wird bestimmt lustig“

„Was zum...“, dachte sich Matt. War das jetzt alles nun ein Traum oder nicht, oder war es vielleicht nur ein extrem unheimlicher Zufall? Matt schob es auf das Letztere und versuchte nicht weiter daran zu denken. Es war aber doch alles so real...

*Klingeling*

Matt suchte nach seinem Handy. Es war eine MMS einer unbekannten Nummer. Es war kein Text nur ein Video wurde an ihn geschickt. Matt speicherte widerwillig das Video und spielte es daraufhin ab.

Das Video zeigte einen Jungen in Matts Alter welcher weinend und blutig geschlagen auf einem Feld lag. Er schaute immer wieder in die Kamera und fragte denjenigen, der das Video aufnahm mit kläglicher Stimme „Warum?“, worauf die Person außerhalb des Bildes nur mit einer tiefen und kratzigen Stimme lachte.

Diese Stimme... Matt erkannte sie wieder. Es war dieselbe, die ihn gestern Abend wortlos anrief, allein durch das schwere Atmen von gestern konnte er erkennen, dass es ein und die selbe Stimme war.

Mit jeder weiteren Frage wurde das Lachen nur noch lauter. Auf einmal schreckte der Junge zurück. Er hatte etwas entdeckt, das nicht von der Kamera aufgenommen wurde, jedenfalls noch nicht. Er schrie so laut er konnte und versuchte zurück zu kriechen, konnte es aber nicht, da er unter den Schmerzen seines gebrochenen rechten Armes zusammenbrach. Man hört ein Schnaufen aus dem Orff und ein bleiches, menschenähnliches Tier tritt ins Bild. Es hatte keine Arme, jedoch bewegte es sich sehr agil, obwohl es in einer gekrümmten Lage versuchte aufrecht zu gehen. Es hatte lange Beine und ein breites Maul. Es trat nach dem Jungen und schnappte nach seinem Gesicht. Er schrie mit immer größer werdenden Schmerzen, bis er ohnmächtig wurde. Dies alles passierte, während die Person, die filmte, immer wieder laut lachte. Auf einmal war ein Kreischen einer anderen Kreatur zuhören, welche auch schnell vor die Kamera trat. Es war genauso bleich wie das erste Monster, jedoch hatte dieses hier nun Arme an welchen kräftige, klauenartige Hände mit langen, scharfen Fingern wuchsen.

Matt hatte schon von diesen beiden Kreaturen gehört. Das erste wurde aus unbekannten Gründen Bob getauft und das zweite bezeichnete jeder immer nur als The Rake. Beide hatten vor ein paar Jahren simultan ihr Unwesen getrieben, wodurch viele Menschen psychisch verstört oder sogar von ihnen getötet wurden. Es tauchten immer wieder Videos der beiden im Internet auf, jedoch blieben sie dort nur für kurze Zeit. Aber man hatte seit Jahren nichts mehr von den beiden gehört und man nahm an, dass sie sich entweder zurückgezogen hatten oder tot waren.

The Rake packte Bob an der Brust, hob ihn in die Höhe und durchstach ihn immer wieder mit seinen spitzen Klauen. Bob trat the Rake mit seinen kräftigen Beinen in die Brust und ins Gesicht, woraufhin the Rake benommen Bob fallen lies. Bob nahm Anlauf und rammte the Rake mit seiner armlosen Schulter in den Bauch, sodass die angegriffene Kreatur gegen einen großen Stein geschleudert wurde. Es sah so aus, als ob sie um den Jungen kämpfen würden. The Rake raffte sich hoch und beobachtete neugierig was Bob als nächstes tun würde. Für ein paar Sekunden war Stille, jedoch wurde diese durch Schreie und Fauchen der beiden Monster unterbrochen, woraufhin sie aufeinander zurannten. The Rake holte mit seiner langen Pranke aus, aber Bob duckte sich und konnte ausweichen. Während the Rake mit dem Rücken zu Bob stand, trat dieser so fest er konnte und traf Rakes Rücken. The Rake lies einen Blut gefrierenden Schrei von sich, drehte sich um und packte Bob mit all seiner Kraft an einem seiner Füße. Er hob ihn hoch und setzte zum finalen Schlag an. Rake holte aus und mit seinen messerscharfen Fingern schnitt er Bob vom Schritt bis zum Skalp in zwei Teile.

Wieder Stille...

Hungrig nach dem anstrengenden Kampf, labte sich the Rake am Körper des Jungen, während alles von der unbekannten Person gefilmt wurde. In den letzten Sekunden des Videos hörte man nur noch das grausame und krankhafte Lachen, welches man schon zuvor mehrere Male hören konnte. Dann wurde das Video plötzlich schwarz. Nach wenigen Sekunden tauchte auf einmal ein bleiches Gesicht mit schwarz umrandeten Augen und einem dämonischen Lächeln auf während ein ohrenbetäubender Schrei abgespielt wurde.

Matt war geschockt. Wer konnte so etwas filmen und ausgerechnet ihm schicken können. Darüber konnte er sich aber keine Gedanken machen, denn dieses Video ließ ein ekelerregendes Gefühl in Matts Magen aufgehen. Er rannte so schnell er konnte ins Badezimmer und übergab sich unmittelbar in die Toilette. Das ganze Blut und die bildliche Darstellung, wie ein Junge von einem Monster aufgefressen wird, war einfach zu viel für ihn.

Matt würgte den letzten Tropfen Galle hervor und raffte sich hoch. Er war schwach und fühlte sich benommen. Es ist wirklich erstaunlich, wie ein einfaches Video, solche Reaktionen in einem Menschen auslösen kann.

Der angeschlagene Junge schlenderte langsam zurück in sein Zimmer. Er setzte sich in seinen Sessel und bückte sich über sein Handy, während er sprachlos auf dieses schaute. Millionen Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum.

„Warum? Warum ich? Wieso zum Teufel schickt mir jemand so etwas?“

Matt war kurz vorm Weinen. Er hatte zwar schon oft grausame Dinge im Internet gesehen, aber noch nie waren sie so real. Er dachte nach, was er machen sollte. Eine unbekannte Nummer kann man nicht zurückverfolgen, selbst bei seinem Telefonanbieter könnte er sie ohne Hilfe der Polizei nicht bekommen, auf welche er aber fürs Erste verzichten wollte. Sie würden sowieso nichts unternehmen, dachte er sich. Er hatte schon oft genug Stress mit dem Auge des Gesetzes gehabt, sodass er von vornherein nicht ernst genommen werden würde.

Matt erkannte, dass das, was gestern passiert war, doch passierte. Ihm kam eine Idee. Wenn er irgendwie Kontakt zu dieser Jane aufnehmen könnte, hätte er vielleicht einen Weg um herauszufinden, von wem diese Nachrichten und das Video war.

Er lief zu seinem Computer und suchte in Facebook nach ihr. Nichts, kein einziger Hinweis auf Jane Arkensaw. Matt suchte auf Google nach Jane und erstaunlicherweise fand er, trotz der bisherigen Kargheit jeglicher Informationen, genug Treffer, um voraussagen zu können, dass er mit genug Zeit, bestimmt eine Adresse oder Ähnliches herausfinden könnte.

Matt fand verschiedene Geschichten über Jane. Eine dieser Erzählungen interessierte ihn besonders. Sie handelte nicht nur über Jane, sondern auch über einen gewissen Jeff. Es ging um die Zeit in der dieser Jeff in die Straße, in der Jane lebte, zog und irgendwie Probleme mit ein paar anderen Jungs hatte, die in seiner Gegend wohnten. Es lief alles darauf hinaus, dass Jeff nicht nur seine eigene Familie, sondern auch die Eltern von Jane tötete und sie verunstaltete. Nach weiteren Suchergebnissen erkannte er auch, wem dieses Gesicht am Ende des Videos gehörte, es war das von Jeff. Matt war entsetzt von allem, was Jeff und ihr widerfahren war. Nun wusste auch Matt, wovor Jane ihn mit den Worten „Geh nicht schlafen!“ warnen wollte. Er versuchte die Geschichte und das Gesicht von Jeff so schnell wie möglich aus seinem Kopf zu bekommen und sich auf die Informationssuche zu konzentrieren, um endlich wieder in Kontakt mit Jane zu kommen. Aber wenn das, was Matt aus den Geschichten erfuhr, wirklich wahr ist, dann müsste er so schnell wie möglich etwas dagegen tun, bevor es auch ihn erwischt.

Matt suchte noch eine halbe Ewigkeit, aber endlich fand er zumindest die alte Adresse, die und somit auch die Straße in der sie und Jeff damals lebten. Es war die einzige Möglichkeit wie er irgendwie an Jane herankommen würde. Er musste dorthin fahren und herausfinden, wie er Jane erreichen könnte.



Kapitel 3 – Samuels und Thomas' Plan


Es war noch Vormittag, also entschied sich Matt sich am selben Tag noch auf den Weg zu machen. Er machte sich fertig, stieg in sein Auto und fuhr los.

Der junge Mann fuhr nur ein paar hundert Kilometer, bis er schließlich sein Ziel erreichte. Gerade mal etwas über zwei Stunden verbrachte er mit dem Hund seiner Tante auf dem Highway, bis er ankam. Auf der Fahrt wurde ihm bewusst, je näher er Jane kam, desto näher kam er auch Jeff und der Gefahr von ihm aufgeschlitzt zu werden. Dieses Risiko musste er aber eingehen, um seinen Frieden zu finden und Jeff davon abhalten zu können, seine berühmten Worte in Matts Ohr zu flüstern.

Er parkte vor einem der Häuser und ging langsam zur Tür. Matt klingelte und eine junge Frau öffnete ihm.

„Ähm.. Hallo, ich heiße Matt und ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.“

„O.. okay. Worum geht es denn?“

„Naja.. kennen sie ein Mädchen, besser gesagt eine junge Frau namens Jane Arkensaw, die vor ein paar Jahren hier gewohnt hat?“

„Ja natürlich, hier in der Straße hat jeder schon mal von ihr und dem anderen Jungen zumindest gehört und auch von dem Ganzen, das damals geschehen ist.“

„Gut und wissen sie vielleicht auch, wo ich sie jetzt finden kann? Es ist wirklich wichtig..“

„Hmm, schon wieder einer..“ flüsterte die Frau, während sie ein Stück Papier hervorzog und etwas darauf schrieb. „Versuchen Sie es mal bei dieser Adresse.“ sagte sie, als sie Matt das Papier in die Hand drückte. „Dort wohnt ein Verwandter von Jane. Er ist aber extrem vorsichtig gegenüber Fremden, also versuchen Sie ihm langsam und ruhig ihr Anliegen zu erklären, vielleicht wird er Ihnen helfen können.“

„Okay, vielen Dank, das werde ich gleich machen.“

„Kein Problem, Sie sind nicht der Erste, der hier nach ihr gefragt hat. Es kommt immer wieder vor, dass junge Leute vorbei kommen und wissen wollen, wo sie sie finden können. Manche stammeln irgendwas von 'Leben und Tod', 'Er kommt' und 'Dieses Gesicht'. Ich versuche immer höflich zu sein, aber manchmal wird es schon etwas unheimlich.“

„Das kann ich verstehen.. Naja, ich bedanke mich nochmal für Ihre Hilfe und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“

„Oh vielen Dank, das wünsche ich Ihnen auch.“

Die junge Frau schloss die Tür mit einem Lächeln, als Matt zu seinem Wagen lief. Er setzte sich hinein und blickte auf das Stück Papier. Matt wusste nicht wirklich ob das alles real war, es fühlte sich immerhin an wie ein Traum. Diese ganze Story hörte sich an wie aus einem Geschichtenbuch welches man sich nachts gegenseitig am Lagerfeuer vorlesen würde.

Wie dem auch sei, Matt machte sich auf den Weg zu der Adresse welche nur ein paar Kilometer von dem Ort entfernt war, an dem vor Jahren diese schrecklichen Sachen geschahen. Es war eine kleine Hütte entlang eines Feldwegs welcher zwischen zwei Ackern lag. Ein Wunder, dass diese Wohnung noch zu der Stadt gehörte, sie war doch so abgelegen und gleichzeitig so schwer zu finden.

Matt schaute sich um, als er aus dem Auto ausstieg. Dieser Ausblick, dieses Feld. Irgendwie kam es ihm bekannt vor. Ihm kam es plötzlich, dieses Feld, dieser Ort, es war der gleiche wie der aus dem Video, welches ihm geschickt wurde. Matt schritt vorsichtig an die Türe des halb verwesten Hauses und klopfte sanft an diese.

Wenige Sekunden vergingen, doch schließlich öffnete sich die knarrende Pforte. Ein älterer Herr mit faltiger Haut und vernarbtem Gesicht erschien. „W.. was wollen Sie?“

„Guten Tag, es tut mir Leid, wenn ich sie störe, aber es ist sehr dringend.“

„Geht es um Jane?“

„J-ja..“

„Ich verstehe..“

„Ich muss sie unbedingt finden. Dieser Jeff ist hinter mir her und Jane ist die einzige Möglichkeit, wie ich ihm entkommen kann.“

„Darauf haben wir schon lange gewartet.. Endlich werden wir erfahren, ob es funktionieren wird.“

„Was?“

„Ach, ähm, ein Kollege und ich, wir haben eine Theorie, wie man Jeff aufhalten könnte. Sie erinnern sich vielleicht an die Schwunde der Kinder vor ein paar Tagen, das war überall in den Nachrichten.“

„Ja, ich hab' davon gehört und was hat das mit Jeff zu tun?“

„Dieser Mensch, nein, diese Kreatur, die diese Kinder entführt. Mein Kollege, Thomas, kann versuchen ihn, den Slender Man, zu holen, wenn es soweit ist.“

„Was meinen sie mit, 'wenn es soweit ist'?“

„Wenn ER kommt. Jeff the Killer. Zuerst müssen wir herausfinden, wie viel Zeit sie noch haben. Jeff arbeitet mit einer gewissen Methode. Was hat er bei Ihnen schon alles unternommen?“

„Naja, zuerst hat er mich gestern angerufen, hat aber nichts gesagt und heute hat er mir ein Video per MMS geschickt.“

„Direkter Videokontakt nach wenigen Stunden.. Hmm.. Dieses Mal scheint er recht schnell töten zu wollen. Ich nehme an, dass er schon in den kommenden Tagen wieder auftauchen wird. Ich rufe am besten sofort Thomas an, er wohnt etwas weiter entfernt, also wird er spätestens morgen Abend erst hier sein.“

„Okay, dann werde ich mir am besten ein Zimmer in einem Motel in der Stadt suchen, da der Weg zu mir nach Hause etwas weit ist. Könnten sie mir vielleicht Ihre Nummer geben, damit ich sie anrufen kann, falls noch etwas passiert?“

„Ja natürlich, ich schreibe sie Ihnen auf.“

Matt bedankte sich ein weiteres Mal, während er die improvisierte Visitenkarte des alten Herren annahm. Samuel Arkensaw hieß er also, der alte Mann.

„Aber was ist mit Jane, können Sie sie irgendwie erreichen, es scheint mir als ob sie viel über Jeff weiß.“

„Ich hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr mit ihr. In der Hinsicht kann ich leider wenig tun, aber sie wird sich schon blicken lassen, wenn es sich ergibt, so wie ich sie kenne.“

„Oh.. Das tut mir Leid. Naja, ich denke ich werde mich auf den Weg in die Stadt machen, es ist schon etwas spät.“

Matt verabschiedete sich von Samuel, begab sich zum einzigen Motel der Stadt und checkte ein. Es waren erstaunlich viele Zimmer frei und ein Wunder, dass sie Hunde dort zuließen. Wahrscheinlich hatte die Stadt nicht viele Durchreisende, sodass sie jeden Gast akzeptieren mussten, den sie in die Finger bekamen.

Er checkte ein und versuchte sich in seinem Zimmer zu entspannen und darauf zu hoffen, dass der Plan von Samuel und Thomas klappen würde. Matt legte sich auf das harte Bett und versuchte einzuschlafen, dieser Tag zehrte an seiner Kraft, wie noch kein anderer es je tat. Es dauerte keine fünf Minuten und er schlief tief und fest ein.



Kapitel 4 – Die Nacht im Motel


Matt wachte auf. Er fühlte sich beobachtet. Er schaltete die Lampe auf dem Nachttisch neben seinem Bett an und schaute sich im Zimmer um. Nichts zu sehen, außer der Hund seiner Tante welcher friedlich neben dem Bett schlief. Matt setzte sich auf und blickte auf sein Handy; es war 3 Uhr morgens.

Er ging ins Badezimmer um sich etwas Wasser ins Gesicht zu schütten. Die letzten zwei Tage zehrten merkbar an seinen Nerven. Müde schlenderte er wieder in Richtung Bett, als er plötzlich ein leises Geräusch hörte. Es war ein Kratzen... ein Kratzen an seinem Fenster. Matt stand still, versuchend keinen Ton von sich zu geben.

Könnte es er sein? Jeff? Matt holte ein kurzes Metallrohr welches er von dem kaputten, verrosteten Handtuchhalter aus dem Bad herunterriss. „Besser als nichts“, dachte er sich, als er leise zum Fenster schlich. Vorsichtig schob er die Vorhänge beiseite und erkannte, dass es nur ein Ast eines nahestehenden Baumes war, welcher sich im kalten Nachtwind am Fenster rieb. Erleichtert drehte sich Matt um, nur um in die blassen Augen der Kreatur zu blicken, welche ihn in den letzten 48 Stunden jeden einzelnen Moment unsicher fühlen lies.

Ohne einen einzigen Gedanken in Matts Kopf, holte er mit einer Mischung aus Angst und Wut aus und schlug so fest er konnte mit dem Rohr gegen den Kopf von Jeff. Jeff stand nur da, starrte wie ein Irrer Matt an und fing nach wenigen Sekunden an manisch zu lachen. Dieses etwas, das man Jeff nennt, sagte 2 simple Worte: „Geh schlafen!“ Er hob sein extrem scharfes Messer und zielte auf Matt.

Matt versuchte auszuweichen, jedoch streifte das Messer seinen Hals und hinterließ eine schmerzende Wunde. Der Hund von Matts Tante wachte auf und rannte knurrend auf Jeff zu. Er sprang und biss sich an Jeffs linken Arm fest. Jeff machte keinen einzigen Ton, er hob lediglich wieder sein Messer und stach auf den Hund ein. Es dauerte keine 5 Sekunden und der Hund lag bewegungslos auf dem Boden.

Matt lag wehrlos da, ohne einen Schimmer, was er tun sollte. Jeff drehte sich zu Matt und atmete in tiefen, langen Zügen. Mit kratziger Stimme sagte er:

„Ich weiß was du versuchst, aber glaub mir, es wird nichts klappen. Hunderte vor dir haben versucht mich aufzuhalten. Nun, wie du siehst, hat es anscheinend nicht so funktioniert, wie sie es wollten. Ich bin noch da.“

„W- warum ich? Warum wir alle? Was nutzt es dir, all diese Menschen zu töten?“ fragte Matt gebrochen.

„Du kennst meine Geschichte. Du weißt, was damals mit Randy und seinen Freunden auf der Party passierte. Alle Eltern die einfach nur zugesehen haben, wie sie mich beinahe umbrachten. Es löste etwas aus. Ein Gemisch aus Wut und Rache durchfloss meine Adern und dann ist es eben passiert. Ich wurde zu dem, was ich bin. Zu einem Monster, das es unglaublich sehr genießt unwissende Menschen wie du einer bist zu quälen. Euch Angst zu machen und euch dabei zuzusehen wie ihr vor lauter Verzweiflung unfähig seit, einfach irgendetwas zu vollbringen. Wie dem auch sei, nun gehst du endlich schlafen, ich habe noch viel vor.“

Matt rollte sich ein paar Meter weg und stand auf. Er rannte zur Tür, nur um festzustellen, dass Jeff sie vorher von außen verschloss. Jeff ging langsam auf Matt zu, welcher sich verzweifelt im Zimmer umsah. In einem minimalen Moment erblickte er kurz ein weißes Gesicht mit schwarzen Lippen auf dem Baum außerhalb des Fensters sitzen. Die Gestalt sprang, flog mit einem Krachen durch das Fenster und landete unversehrt im Zimmer. Sie packte Jeff und schleuderte ihn zu Boden. Es war eine wunderschöne junge Frau. Die einzige Hoffnung von Matt; Jane.

„Du?“ stieß Jeff mit einer gereizter Stimme aus.

„Hau ab, schnell!“ rief sie zu Matt, während sie Jeff festhielt und den Schlüssel aus seiner Hosentasche zog. Jane warf den Schlüssel zu Matt, welcher wieder zur Tür lief und in der Nacht mithilfe seines Autos verschwand.

„Endlich hab ich dich.“ sagte Jane erfreut.

„Lass mich los du scheiß Schlampe! Sonst ergeht es dir wie deiner Familie!“

Jane zog ein Messer aus ihrer Hose. „Ich werde es schnell machen, ich weiß wie du drauf bist und daher muss ich mich leider beeilen, aber ich kann dir versprechen, dass ich mich mit deiner Leiche prächtig amüsieren werde.“

Sie hob das Messer, ganz im Stiel ihres Erzfeindes und holte tief Luft, bevor sie wiederholt in die Brust des grimmen Mörders stach. Blut spritze in Janes Gesicht und ihr Messer wurde komplett von dem roten Lebenssaft bedeckt. Es vergingen zahllose Minuten, bis sich Jane vom bewegungslosen Körper erhob.

„Es ist endlich vorbei.“ flüsterte sie erschöpft, während sie in Richtung Badezimmer ging um sich von dem Blut Jeffs zu befreien.

Jane durchlebte jeden einzelnen schrecklichen Moment, welcher ihr damals widerfuhr. Damals, als Jeff und sie noch Kinder waren. Als Jeff in ihre Nachbarschaft zog und ihr Leben in kürzester Zeit zerstörte. Die Nacht in der Jeff ihre Eltern und Freunde tötete. Nun war der Alptraum vorbei und sie wäre endlich frei, genauso wie Matt und jeder Andere, welcher jemals von Jeff terrorisiert werden würde.

Jane ging zurück ins Zimmer. Sie war geschockt. An dem Ort an dem Jeffs Körper vor ein paar Minuten lag, war nun nur noch eine große Lache von Blut.

...

Matt saß im Auto, er wusste nicht wohin er sollte. Geschockt von den letzten Momenten konnte er nicht klar denken. Wie kam Jeff in das Zimmer, ohne dass er es bemerkte. Jeff war wirklich kein Mensch mehr, sondern ein Phantom, ein blutdurstiger Geist.

Matt vertraute seinem Instinkt und machte sich auf den Weg zu Samuel. Vielleicht wusste er was er machen könne; zumindest solange, bis Thomas bei ihnen wäre. An Samuels Haus angekommen, klopfte Matt an die Tür. Es vergingen keine fünf Sekunden, da schien ein Licht durch die Risse in der Wand des Hauses und Samuel stand vor Matt.

„Er.. er war bei mir. Im Hotel. Jeff.“ erzählte Matt erschöpft.

„Komm rein, ich weiß was passiert ist.“

„W- wie?“

„Jane... Sie weiß was los ist, sie hat mich angerufen. Jeff ist noch am Leben.“

Samuel und Matt erzählten sich alles.

„Leg dich schlafen. Heute Nacht wird er bestimmt nicht mehr kommen.“ meinte Samuel.

Matt akzeptierte widerwillig und schlief auf der Couch in Samuels Wohnzimmer ein.



Kapitel 5 – Der Plan


„Matt? Matt, wach auf.“

Die Augen öffnend, sah Matt eine Gestalt vor sich. Es war Samuel, aber jemand stand neben ihm.

„Matt, das hier ist Thomas. Er wird uns helfen Jeff endlich zu besiegen.“

„Guten Tag, Matt.“ flüsterte der etwas nervös wirkende Mann.

„H- Hallo.“ erwiderte Matt verschlafen. Es war schon später Nachmittag.

„Also, wie sieht ihr Plan aus?“

„Nunja, du hast bestimmt schon mal von dem Verschwinden verschiedener Kinder gehört, ja? Diese Kreatur, dieses Wesen, das dafür verantwortlich ist...“

„Das war Jeff?“ fragte Matt verwundert.

„Nein... Nein, nein. Das, Matt, war Slender Man.“

„Slender Man? Ich hab schon mal von ihm gehört, aber ich dachte, er wäre nur ein Fabelwesen.“

„Leider nein... Leider nein. Slender Man ist real und er wird Jeff töten, das ist der Plan, jedenfalls.“

„Und wie. Sie können ihn ja kaum kontrollieren, oder?“

„Nein, das nicht. Wie wir alle wissen, hat es Slender Man hauptsächlich auf kleinere Kinder abgesehen, ja? Nun, Jeff hat schon seit Tagen nicht mehr getötet, das nehmen wir zumindest an und er wird langsam verrückt vor Blutlust. Der genaue Plan ist es nun, Slender Man anzulocken und ihn dazu zu bringen auf Jeff los zu gehen.“

„Anlocken? Wie wollen sie ihn anlocken?“

„Dazu haben wir sie hier.“ Ein kleines Mädchen trat schweigend hinter Thomas hervor. Ihre blauen Augen waren leer und gefühllos, jedoch glänzten im sie Sonnenlicht wie zwei Saphire; sie sah Thomas sehr ähnlich.

„Moment mal. Sie; sie wollen ein Kind opfern? Sind sie verrückt?“

„Du verstehst es nicht! Es ist unsere einzige Möglichkeit Jeff und Slender Man ein für alle Mal auszulöschen!“

„A- Aber ein Kind. Ein lebender Mensch. Das ist nicht richtig. Das kann es nicht sein. Und woher wollen sie überhaupt wissen, dass Slender Man kommen wird?“

„Sie wurde schon einmal von ihm geholt. Aus unerklärlichen Gründen, fand man sie aber eines Morgens an einem Waldrand wieder. Sie weiß, dass er sie wieder holen will. Sie kann spüren, dass er in der Nähe auf sie wartet.“

„Es geht nicht anders, Matt“ unterbrach Samuel, „wir haben alles unter Kontrolle, vertraue uns, wir wissen was wir tun.“

„Ihr wisst was ihr tut? Ihr setzt das Leben eines kleinen Mädchens auf's Spiel!“

„Verstehe doch, es geht nicht anders.“ meinte Thomas, „Falls es dennoch soweit kommt, dass ich meine Tochter verliere, werden wir es verkraften müssen. Lieber ein einziges Leben, anstatt zahllose weitere und diese, vielleicht einzige, Chance vergeuden.“

„Okay.. okay. I- Ich werde helfen. Aber ich werde nur das Nötigste machen.“

„Gut. Wir wissen ja schon, dass Jeff so schnell wie möglich versuchen wird dich zu töten. Das heißt, dass wir ihn solange davon abhalten müssen, bis sich Slender Man blicken lässt.“

„Genug mit der Diskussion. Lasst uns zuerst etwas essen bevor wir alles vorbereiten. Wir werden heute Nacht eine menge Kraft und Energie brauchen.“ schob Samuel ein.

Matt und die anderen saßen schweigend am Tisch, während sie sich für das Kommende stärkten. Er konnte es immer noch nicht so richtig glauben; Thomas und Samuel wollten wirklich dieses unschuldige kleine Mädchen opfern. Matt musste versuchen diese Gewissensbisse aus seinem Kopf zu bringen und sich nur auf eines zu konzentrieren: Sie mussten Jeff aufhalten.

Matt schob gerade widerwillig den letzten Bissen herunter, als das Licht anfing zu schwächeln. Unruhe machte sich in Matt breit.

„Was ist das?“ fragte er.

Samuel brauchte nur ein Wort um alles zu erklären: „Jeff.“

Matt, Samuel, Thomas und seine Tochter sprangen auf und das Licht erlosch und ließ sie in einem endlosen Schwarz zurück.



Kapitel 6 – Das Ende


Matt war komplett blind. Er konnte nur das Zerschmettern von Glas und schwere Schritte auf ihn zukommen hören. Nach ein paar Sekunden war es still und Matt spürte einen kalten Hauch an seinem Nacken vorbeiziehen. Das Licht ging wieder an und Matt drehte sich blitzschnell um.

„Nein...“ flüsterte Matt verzweifelt.

Jeff stand direkt vor ihm, jedoch war etwas an ihm anders als sonst. Er trug etwas vor seinem Gesicht. Eine Maske. Janes Maske...

Dies konnte nur eins bedeuten: Auch sie ist ein Opfer dieses mörderischen Phantoms geworden. Auch sie wurde von den kalten mit Blut befleckten Händen dieses psychopathischen Wesens getötet.

„Nun gehst du endlich schlafen, Kleiner.“

Samuel rannte auf Jeff zu, warf ihn zu Boden. Thomas sprang auf Jeff, um ihn am Boden zu halten und rief daraufhin: „Bring sie raus aufs Feld, Matt!“

Matt versuchte mit Thomas' Tochter so schnell aus dem kleinen Haus zu kommen wie er konnte, während Thomas und Samuel versuchten Jeff davon abzuhalten Matt zu erreichen.

Nicht genau wissend, was er machen sollte, nahm Matt das kleine Mädchen mit auf das Feld, nahe des Waldes, nach draußen. Es vergingen keine zehn Sekunden nachdem sie an ihrem Ziel ankamen, da konnten die beiden schon immer lauter werdendes Rascheln im Wald hören. Schon bald konnte man sehen, wie Bäume aus dem Boden gerissen und diese ohne jeglichen Bedacht durch die Luft geworfen wurden.

Eine Kreatur mit blassem Gesicht tauchte auf. Es trug einen Anzug und schwebte förmlich über dem Boden. Es wurde geradewegs zu Matt und dem jungen Mädchen auf seinen langen, kräftigen und schwarzen Pranken, welche aus seinem Rücken herausragten getragen.

Matt hörte undefinierbares Schreien hinter sich; es waren Samuel und Thomas, welche die Kontrolle über Jeff verloren und ihn entkommen ließen. Sie waren übel zugerichtet, Samuel blutete an seiner rechten Schläfe und Matt konnte sehen, dass Thomas ein Ohr verloren hatte. Jeff rannte direkt auf Matt zu, jeden Stock und jeden Stein auf seinem Weg ignorierend, jedoch geschickt überquerend. Er stieß Matt zu Boden und warf sich auf ihn.

„Endlich. Jetzt ist es ein für alle Mal zu ende. Nach all dem ganzen beschissenen Dreck, den ich wegen dir ertragen musste. Aber ich habe dir auch zu danken, Junge. Dank dir, habe ich eine Erzfeindin weniger. Jetzt brauch ich nur noch jemanden wie dich, der mich zu diesem Idioten mit blauer Maske bringt, der mir die ganze Zeit in die Quere kommt.“

Jeff hob sein Messer hoch um es in Matt zu rammen und der ganzen Sache endgültig den Schlussstrich zu setzen. Im selben Moment jedoch fing das kleine Kind, welches die ganze Zeit neben Matt stand an einen ohrenbetäubenden Schrei von sich zu geben.

„Halt deine dreckige Fresse du scheiß Balg!“ schrie Jeff, als er sein Messer schwang und es in die Brust des Mädchens hämmerte. Thomas' Tochter fiel sofort leblos zu Boden, während aus ihr unzählige Liter Blut flossen.

Jeff wandte sich wieder Matt zu, nun da er nicht mehr abgelenkt war, konnte er sich voll und ganz auf Matt konzentrieren; dachte er jedenfalls. Jeff wurde von einer langen, dunklen Ranke von Matt gerissen.

„Was soll denn jetzt der Scheiß?“ rief er, während er sich wieder aufraffte.

Ein paar Meter vor ihm stand dieses Wesen, welches vor wenigen Sekunden noch aus dem Wald kam; Slender Man.

„Du schon wieder? Hah, wie praktisch! Matt, du bist ja ein beschissener Magnet für meine Rivalen, haha. Okay, dann muss ich mich wohl zuerst um dich kümmern, alter Bekannter und dann bist du dran Matt, also lauf nicht weg, du weißt ja, dass es nichts nützt.“

Jeff rannte auf seinen Angreifer zu und holte aus. Slender Man verschwand und tauchte nach einem Augenblick wieder hinter Jeff auf. Jeff jedoch ließ sein Messer nach hinten fahren, sodass es in den Bauch Slender Mans eintrat.

„Ich hab' seit dem letzten Mal dazugelernt, du widerlicher Hurensohn.“ merkte Jeff an, während er das Messer wieder aus dem großen Ding zog.

Jeff drehte sich blitzschnell um und rammte sein Messer immer wieder in Slender Man. Pechschwarzes Blut bedeckte Jeffs Gesicht. Er wurde von einem von Slender Mans Tentakeln hochgehoben, ein anderer umklammerte den Hals Jeffs und drückte unbeschreiblich fest zu. Jeff aber blickte mit einem Grinsen direkt in die gesichtslose Grimasse Slender Mans. Er durchschnitt die Ranke, welche Jeffs Hals umgab und zog einen kleinen Kanister mit Feuerzeugbenzin und ein Feuerzeug aus seiner Hose.

„Dieses Mal bin ich vorbereitet.“ meinte Jeff, als er Slender Man mit dem Benzin übergoss und ihn im nächsten Augenblick anzündete.

Slender Man schleuderte Jeff so fest er konnte in die Hütte von Samuel, sodass die Wand zusammenbrach und das Haus in sich einstürzen ließ. Auch Jeff brannte, jedoch ließ er es sich nicht anmerken, er war es immerhin schon gewohnt Höllenqualen zu erleiden.

Slender Man kam nun wieder auf Jeff zu und prügelte ihn mit seinen, nun brennenden, „Armen“ zu Boden. Blut spuckend erhob sich Jeff, als ob es ihm nichts ausgemacht hätte.

„War das alles?“ fragte Jeff herablassend, während er sein Feuerzeug erneut aus seiner Hosentasche zog. Beide Monster standen sich nun von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Jeff öffnete das Feuerzeug, zündete es an und blickte nach unten. Auch wenn Slender Man keine Emotionen zeigen konnte, konnte man merken, dass sich Konfusion in ihm breit machte. Jeff blickte auf den Gastank, welcher für den Herd von Samuel gedacht war. Er stoß sein Messer in den Tank und im nächsten Moment konnte man nur noch eine riesige Explosion wahrnehmen.

Matt war geschockt; nun war er alleine. Samuel und Thomas waren tot, falls sie nicht durch den Blutverlust, aufgrund der Verletzungen durch Jeffs Messer, starben, dann waren sie es nun auf jeden Fall. Gleichzeitig war er aber auch erleichtert; Jeff war nun ebenfalls leblos.

Erschöpft schlenderte Matt zu seinem Auto und blickte ein letztes Mal auf den Ort, an dem er die letzten Stunden verbrachte und er die schlimmsten Momente seines Lebens verbrachte.

Nun würde alles wieder normal werden. Nun hätte er endlich wieder seinen Frieden.


...


Epilog


„Die täglichen zahlreichen Schwunde junger Kinder haben auf einmal aus unbekannten Gründen ihr Ende gefunden. Von den bisher vermissten Kindern fehlt jedoch immer noch jede Spur. Mehr Informationen gibt es heute Abend in unseren Nachrichten um Sieben.“

Matt lag auf dem Sofa, müde von allem was in den letzten Tagen passierte. Ihm gingen Bilder von Jeff, Jane, Samuel, Thomas und allem Erlebten durch den Kopf. Auf einmal wurde er extrem müde. Gegen die Müdigkeit ankämpfend fielen ihm die Augen zu und Matt war kurz davor in einen tiefen Schlaf zu verfallen.

In den letzten Momenten des Wachseins konnte Matt eine vor ihm stehende Silhouette ausmachen. Diese Figur, welche unmittelbar neben ihm stand atmete schwer und brachte nur einen Satz hervor, bevor sie den rechten Arm mit einem Messer in der Hand hob.

„Geh schlafen...“

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