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Ich schaute auf die Uhr. 2 Uhr Morgens und immer noch auf Creepypasta unterwegs. 

So langsam sollte ich wohl doch den Laptop ausmachen und schlafen gehen, schließlich musste ich morgen wieder in die Schule, doch da fiel mir eine Überschrift ins Auge: Jeff The Killer.

Schon lange war ich durch diverse Horrorfilme mit dem Gruselvirus infiziert und konnte von solchen Sachen gar nicht genug bekommen.

Weder Geschichten noch Spiele waren vor mir sicher, also klickte ich auf den Titel.

Die kannst du noch lesen und dann ab ins Bett, dachte ich mir und so war es dann um mich geschehen.

Nachdem die Geschichte zu Ende gelesen war, wurde recherchiert, doch ich wurde das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden.

Als es dann doch 3 Uhr wurde, machte ich meinen Laptop aus, ging ins Bad und legte mich in mein Bett. Auf einmal hatte ich wieder dieses mulmige Gefühl und machte mein kleines Licht neben meinem Bett an.

Schnell schaute ich hinter den Vorhängen nach meinen Fenstern.

Diese waren verschlossen und so legte ich mich beruhigt ins Bett und schlief auch schnell ein, doch es war keine ruhige Nacht.

Ständig wachte ich auf und schaute mich in meinem Zimmer um. Normalerweise belastet mich so ein Kram aus dem Internet nicht, doch diese Geschichte war anders.

Irgendwie zu realistisch. Am Morgen wurde ich unsanft von meinem Wecker wach, machte mich fertig und ging mit leichten Augenringen in die Schule.

Auf dem Weg zur Schule sah ich ihn. In der Nähe eines kleinen Waldstückes stand er am Rand in seinem weißen Hoodie und beobachtete mich.

Ich zweifelte an meinem Verstand, doch als ich mich wieder zu ihm umdrehte, konnte ich sein Lächeln unter der Kapuze erkennen und dann verschwand er schon wieder im Wald.

Den ganzen Schultag hatte ich eine schreckliche Vorahnung.

Die anderen sprachen mich schon an, ich sei sehr blass und fragten was los sei, doch ich tat es mit einem sanften Lächeln ab und sagte, ich habe nicht gut geschlafen.

Nach der Schule lief ich so schnell ich konnte auf der anderen Straßenseite am Wald vorbei und nach Hause. Als erstes wurde mein Laptop angemacht und eine Nudelsuppe aufgegossen.

Mit frischer Stärkung und klarem Kopf ging es weiter an die Recherchen über Jeff.

Es konnte ja nicht sein, dass eine fiktive Person in meinem Stadtwald hauste oder auf der Lauer nach seinen nächsten Opfern lag, doch im Internet konnte ich nichts finden. Da kam mir eine Idee.

Ich schnappte mir mein Rad und fuhr Richtung Stadtbibliothek. Dort angekommen lief ich gleich zum Schalter und fragte nach dem Einwohnerverzeichnis von vor 15 Jahren. Ich blätterte die Seiten durch, bis ich auf den gewünschten Namen stieß.

Jeff soll mit seiner Familie vor ungefähr 10 Jahren hierher gezogen sein . Danach suchte ich im Archiv nach Informationen über den Mord an seiner Familie. Barbara und Peter, seine Eltern, wurden tot in ihrem Schlafzimmer aufgefunden.

Beide brutal erstochen, genau wie sein Bruder Liu. Dieser befand sich in seinem eigenen Zimmer und es habe keine Spur zur Identifizierung des Täters oder den Aufenthaltsort von Jeff gegeben.

Diese ganze Sache machte mich stutzig. Persönlichkeitsstörung oder Aggressionsprobleme. Es gab einige Gründe für so ein Verhalten und mit jeder weiteren Information wuchs auch meine Neugier.

Sollte ich ihn vielleicht suchen? Könnte ich mit ihm reden oder verfolgt er mich schon und ich müsste nur warten? Meine Gedanken kreisten und so beschloss ich, mich mit meinen Notizen in ein Café zu setzen, um einen klaren Kopf zu fassen.

Als ich in meinem Stammcafé saß, schaute ich mich eine Weile um und erblickte einen Jungen mit einem weißen Hoodie, der mich direkt ansah. Ohne weiter darüber nachzudenken, winkte ich ihn zu mir rüber, doch dabei hatte ich ein sehr ungutes Gefühl.

Er könnte mich einfach so umbringen. Als ich meine Hand senkte, verschwand er wieder hinter der nächsten Ecke. Die nächsten Tage und Nächte waren ruhig, also verbrachte ich sie mit weiteren Recherchen. Heute Nacht sollte sich dennoch alles ändern.

Nach der Sache im Café hatte ich ihn kein einziges Mal wiedergesehen.

Vielleicht hatte ich ihn verwirrt dachte ich und kaute auf meinem Bleistift rum, als plötzlich ein Buch vor mir auf den Tisch geknallt wurde.

"Wenn Sie nicht am Unterricht teilnehmen wollen, Jassie, dann können Sie auch gerne gehen. Keiner hält Sie auf." Mein Lehrer sah mich wütend an und wandte sich wieder seiner Erzählung zu.

Als ich zu Hause war, wollte ich mal nicht meinen Kopf zermartern und so spielte ich lieber auf meiner Konsole ein bisschen Naruto.

Später am Abend bestellte ich mir eine Pizza und schaute mir "I saw the Devil" im Fernseher an. Um 23 Uhr machte ich mich fertig und legte mich ins Bett.

Um 00:32 Uhr wurde ich von einem komischen Geräusch vor meinem Bett wach. Ich ließ meine Augen zu und horchte, doch es war wieder still also nahm ich meinen Mut zusammen, setze mich auf und starrte auf meinen Vorhang.

"Jeff, du kannst rauskommen. Ich weiß, dass du das bist." Mein Körper zitterte und meine Stimme klang unsicherer, als sie eigentlich sollte. Stille, doch dann nahm ich eine Bewegung hinter meinem Vorhang war und Jeff kam zum Vorschein.

In seiner rechten Hand konnte ich ein Messer erkennen. Er lief auf mein Bett zu, bis er neben mir am Bett stand. Ich schluckte schwer, mein Herz raste und es fiel mir schwer zu atmen.

"Geh einfach schlafen." Er holte mit der rechten Hand aus und mir entfuhr ein lauter Schrei...

Ich sah mein Leben an mir vorbeiziehen. Ein trostloses Leben ohne Familie, gemobbt von den Schülern und kein Verständnis von irgendjemandem. Ich hatte mich daran gewöhnt, aber nie daran gedacht, mich an ihnen zu rächen.

Keine einzige Sekunde meines scheiß Lebens daran verschwendet, wie es wäre, ihr Blut auf meiner Haut zu sehen. Doch jetzt hatte ich die perfekte Gelegenheit mich einem Meister des Tötens anzuschließen.

Ohne darüber nachzudenken griff ich an sein Handgelenk und drückte es solange zusammen, bis er das Messer fallen ließ.

Wutentbrannt starrte er mich mit seinen schwarzen Augen an, die durch das Licht, das durch den Vorhang schien, funkelten. „Jeff, Du musst mir nichts tun. Ich weiß, was du durchmachst.

Die Menschen haben dir wehgetan und hatten es verdient zu leiden. Ich verstehe das.“ Ich ließ sein Handgelenk los, hob meine Hände und stieg vorsichtig aus dem Bett. Meine Augen fixierten seine und ich trat näher an ihn heran.

„Ich wurde in der Schule gemobbt, die Lehrer haben mich nicht verstanden und schon früh hatte ich keine Familie mehr. Ständig gab es Menschen, die versuchten mein Vertrauen zu gewinnen, um es dann doch nur wieder auszunutzen und mich runter machten.

Keiner hat sich wirklich für mich interessiert, doch ich hasste diese Menschen nicht. Zumindest dachte ich es.“

Das schwache Licht von draußen leuchtete auf meinen Arm und man erkannte die Narben, die ich mir selber zufügte. Tiefe Schnitte, die ich selber nähte, damit ich nicht in die Psychiatrie musste.

Schnitte, die meinen Schmerz ausdrückten und die immer wieder aufs neue bluteten, damit ich nicht das Gefühl des Lebens verlor.

Einmal versuchte ich sogar mir das Leben zu nehmen und hängte mich an einem Baum im Wald auf. Das Seil schnitt mir in den Hals und ich bekam keine Luft mehr, doch dann ließ der Ast nach und brach vom Baum.

Ich lief immer weiter auf ihn zu, bis ich direkt vor ihm stand. Er war etwa 1,89m groß. 25 cm größer, als ich.

Vorsichtig hob ich die Hand, griff an seine Kapuze und zog sie langsam von seinen Kopf. Zum Vorschein kam sein blasses Gesicht, sein breites Grinsen und seine dunklen Augen.

„Durch dich ist mir klar geworden, dass ich diese tosende Wut und den unendlichen Wunsch nach Rache nur tief in meinem gebrochenem Herzen verbannte. Nimm mich mit auf deine Opfersuche und zeig mir wie es sich anfühlt, seinem Opfer die Kehle aufzuschlitzen!“

Zuerst sah er auf meinen Arm und dann auf meinen Hals. Auf seinem Gesicht bildete sich ein noch breiteres Grinsen.

Er beugte sich nach unten und hob sein Messer auf. „Von mir aus, aber erlaube dir nur einen Fehler und ich beende sofort dein mickriges Dasein.“ 

Mit einem Gefühl von Glück und Akzeptanz umarmte ich Jeff kurz und ging dann zum Kleiderschrank. Ich suchte mir eine lange schwarze Hose und einen schwarzen Hoodie raus.

Mit einem einfachen Zopfgummi machte ich mir meine roten langen Haare zusammen und legte ein weißes Bandana um meinen Hals.

Als ich fertig war, kletterten wir durch mein Fenster in die dunkle Nacht. Der Himmel war sternenklar und ich verspürte auf einmal ein berauschendes Gefühl von Freiheit.

All der Stress und all die Sorgen, die ich hatte, waren wie weggeblasen und ich konnte endlich erleichtert aufatmen.

„Wie viele Menschen gibt es denn auf deiner Liste?“ Wir sprangen vom Vordach und liefen Richtung Wald. „Ungefähr 15 Leute. Neun Jungen und sechs Mädchen.“

Kurz bevor wir den Wald erreichten bleib Jeff stehen, drehte sich zu mir um und grinste. „Dann haben wir wohl eine Menge Arbeit vor uns.“ Ich musste unweigerlich mit grinsen und so liefen wir weiter in den dunklen Wald hinein.

Was würde mir die Zukunft wohl alles bringen? Wer weiß das schon.... :)

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