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Der Bildschirm ging an, ein junges Mädchen lächelte in die Kamera.


Guten Abend, liebe Zuschauer in aller Welt. Ich hoffe, Sie sind gut ins Neue Jahr gekommen? Wenn ja, wird es jetzt noch besser, denn heute Abend kämpfen zwei wirkliche Legenden in unserer Arena: Zwei Wesen aus einer anderen Welt, uralt und grausam.

Meine Damen und Herren: Slender Man und The Rake!“


Das altbekannte Stadion kam nun ins Bild. Und über ihm, auf seiner Plattform, schwebte der dickliche Moderator, Implord.


Guten Abend mein liebes Publikum. Es ist eine Weile her, nicht wahr? Und jetzt, wo Sie endlich wieder meine Stimme hören können, da wollen Sie gar nicht! Sie wollen nur sehen, wie sich arme, unterbezahlte Serienkiller um den letzten Zahn prügeln. Und Sie denken sich: ´Was faselt der Typ herum? Den brauchen wir eigentlich gar nicht, kann man den rausvoten?`

Aber ich bin nicht sauer. Immerhin will ich die Kämpfe auch sehen. Besonders seit dieses widerliche Ding nicht mehr im Rennen ist... Hi hi...“

Der Moderator räusperte sich:


In der schwarzen Hälfte haben wir heute Abend die Bestie aus den dunkelsten Grotten einer fremden Welt, ein Monster wie aus tausend Albträumen: Ein GEZ- Mann, den wir als Köder für

The Rake aufgestellt... Was?... Ich... Ich darf diesen Witz nicht machen? Hören Sie, ich leite diese... Also gut. Offenbar sind GEZ- Männer nicht jugendfrei. Deswegen haben wir hier: The Rake!“


Wie auf Kommando sprang die Bestie aus dem Arenazugang, wie ein Löwe im Gladiatorenfilm.

Milchig weiße Haut, fast transparent, spannte sich über einen fast zierlichen, hundegroßen Körper.

Die Statur war humanoid, doch die Haltung, wie es sich knurrend und geifernd auf den Arenaboden kauerte, war die eines Raubtieres. Genau, wie die langen Klauen, mit denen es wild um sich und tiefe Furchen in den Arenaboden hieb.


Und in der weißen Ecke, haben wir IHN! Der Mann ohne Gesicht. Das Phantom der Illusion aus der vierten Dimension! Tretschlaff nennt ihn Jeremy! SLENDER MAN!“


Sofort begannen die Lichter zu flackern. Nach wenigen Sekunden gingen sie ganz aus.


Tja... Ich hatte irgendwie vergessen, dass das passieren würde. Hat jemand eine Taschenlampe? Oder Glowstone? Das bekommt man, wenn man Herobrine ablehnt. Öhm... Es... werde Licht?

Nein...? Wartet.... Eh... Witzige Geschichte: Ich habe dran gedacht, eine Beleuchtung mit effizienten Slender- Schutz einzubauen. Dieser Knopf leuchtet sogar, so gut bin ich. Nur wird er nicht... von der gesicherten Leitung beleuchtet. Nicht mein bester Plan, um ehrlich zu sein. Ich... taste nach meinem Schaltpult und probiere ein paar Knöpfe aus. Mal sehen...

Nope...

Nein...

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube ich habe gerade irgendeinen Käfig geöffnet. Wenn jemand also etwas in den Tribünen hört oder Bewegung in seiner Nähe wahrnimmt, bitte Ruhe bewahren. Sie haben Nachtsicht und reagieren auf Bewegung.

Oh, das ist... Äh... Die Sprinkleranlage. 'Tschuldigung.

Hm...“


Das Licht flackerte und ging an. In der weißen Arenahälfte stand Slender Man:

Groß und schmal und eigenartig fehl am Platz, als hätte man ihn mit Photoshop in die Szene eingefügt. Sein Körper war in einen gesteiften, schwarzen Anzug gehüllt und sein Kopf war weiß wie Eierschale und blank, frei von jeder Art Gesicht.


Geht doch. Also dann, meine Damen und Herren: JETZT. WIRD. GECLASHT!“


Slender Man verschwand augenblicklich. Rake stierte kurz an die Stelle, an der Slender Man gestanden hatte. Dann sprang er zur Seite weg und entging so einem schwarzen Fangarm, der Sekunden später in die schwarze Seite der Arena einschlug und schwarze Geröllbrocken auffliegen ließ. Ein zweiter Fangarm kam aus einer anderen Richtung, doch wieder sprang Rake mit Leichtigkeit aus dem Weg.


Für den verwirrten Zuschauer: Rake und Slender Man kommen aus der selben kranken Dimension. Auf jeden Fall laut EMH. The Rake gehört zu einer Rasse, die dort als Raubtier umherstreift und eine ähnliche Lebensweise hat wie Wölfe. Da er an die Wesen, die das Internet so liebevoll Slenderkin getauft hat, gewöhnt ist, haben sich seine Sinne darauf eingestellt, auch die Energie, die diese ausstrahlen, die Sigma- Strahlung zu wittern. Daher kann er spüren, wohin sich Slendy hier teleportieren wird. Den Überraschungsangriff, den Slender Man bei anderen CP's hätte, kann er hier nicht einsetzen.“


Slender Man sank nun langsam von der Decke herab und landete am Arenaboden. Um ihn herum flimmerten Funken und er schien The Rake anzusehen, als würde er über eine Strategie nachdenken. The Rake hingegen bedachte jede Strategie offenbar mit dem selben Stellenwert wie Florian Silbereisen und hechtete auf seinen Gegner zu, wie ein Berserker. Unmittelbar bevor Slender Man in den Radius seiner Krallen kam, detonierten jedoch die Funken und eine karmesinrote Feuerwolke hüllte beide Kontrahenten für einige Sekunden ein.

Dann zeichneten sich ihre Schemen grotesk gegen die lodernden Flammen ab:

The Rake schlug wild nach Slender Man aus, während er sich zeitgleich in den Flammen wand, die als weiß schillerndes Licht an seiner Haut leckten. Slender Man, umgeben und geschützt von seinen Tentakeln, wich langsam vor dem Rake zurück. Als sich die Flammen legten, wurden mehrere, lange Risse in seinem Anzug sichtbar. Dem Rake war es jedoch wesentlich über ergangen:

Seine Haut wirkte fast flüssig, sie kochte und warf Blasen. Wo sie sich schäumend von seinem Leib geschält hatte, war blutiges, rotes Fleisch sichtbar, durchzogen von Muskelfasern.

Doch in seinen Augen funkelte Zorn, jenseits von allem Bekannten, ein abgrundtiefer Hass, wie ihn die Dunkelheit der Hölle ausstrahlte. Wieder raste er auch Slender Man zu und jetzt nutzte er jedes Bisschen seiner kochenden Muskeln. Seine Klauen schlitzen durch Slender Mans Kopf und ein Schwall von Schwärze ergoss sich aus den Wunden, als hätte The Rake soeben einen weißen Ballon voller Tinte zerfetzt. Slender Man teleportierte sich in der selben Sekunde in der die Schwärze Fangarme bildete und sich auf The Rake stürzte. The Rake brüllte, kratzte sich durch sein Gesicht, das von windender Dunkelheit vollkommen bedeckt war, und taumelte rückwärts.

Zeit gleich wuchs ein Stück hinter ihm Slender Man aus dem Boden und hob seine Fangarme zu einem tödlichen Angriff.

In der letzten Sekunde schien The Rake ihn zu wittern und rette sich zur Seite. Mit einem weiteren, brutalen Hieb riss er sich die Dunkelheit vom Gesicht und schleuderte sie fort. Sie landete auf dem Arenaboden und zuckte wie ein sterbendes Tier vor sich hin.

Nun war es wieder am Rake, anzugreifen. Er sprang und landete direkt in Slender Mans bereits arg mitgenommenen Gesicht, biss sich fest. Slender Man schrie auf einer mentalen Ebene, durch die einige Zuschauer schmerzerfüllt aufstöhnten und ein paar tote Vögel auf das Dach der Arena fielen.

Und als Slender Man mit seinen Tentakeln zuschlagen wollte, um The Rake zu pfählen, sprang dieser über die Schulter des Gesichtslosen und rammte ihm von hinten seine Krallen durch den Rücken. Ein Ruck ging durch Slender Man und sein Kopf senkte sich, als würde er auf die Klauen blicken, die ihm aus dem Brustkorb ragten. The Rake grinste breit und hechelte wie ein Hund, dem gerade sein Fressnapf gefüllt wird.


Wow, ich wette, das tut morgen noch weh.“


Dann packte Slender Man den Arm und zog. Schlagartig wich das Grinsen aus dem Gesicht des Rake und er begann dagegen anzukämpfen, stemmte sich nach hinten. Aber keine Chance er wurde zu Slender Mans Rücken gezogen. Nach Sekunden hing er an seinem Rücken wie ein hässliches Baby und zappelte wie eine Schnake im Spinnennetz. Und wieder schossen Slender Mans Fangarme aus seinem Rücken und löcherten The Rake wie einen Schweizer Käse.

Dann erhoben sie sich in die Höhe, wurden länger und länger und noch immer zuckte und wand sich The Rake in diesem finsteren Gewirr, noch immer kämpfte er.


Finish him!“, forderte Implord mit verstellter Stimme.


Die Tentakeln fuhren auseinander und zerrissen The Rake in Stücke, die blutig und noch immer qualmend auf die Arena hinabfielen. Einige landeten im Publikum.

Ein Kind fing den Kopf wie einen Ball beim Baseball und zeigte ihn stolz seiner Mutter.


FATALITY!“, brüllte Implord. „Meine Damen und Herren, Slender Man ist weiter. The Rake nicht. Gott, ich glaube, er wird sich eine Weile Auszeit gönnen müssen. Aber, da er in diesem Kampf von unglaublichen... äh... zehn Minuten länger durchgehalten hat, als unsere Statistiker berechnet hatten, und zwar epische neun Minuten, gewinnt er einen Trostpreis: Zwei Wochen Mallorca!

In den besten Hotels, die sich geweigert haben, diese Show zu sponsern.“

Er wandte sich zur Kamera.

Slender Man hat den Rake besiegt und ich hoffe es hat Ihnen gefallen. Viele von Ihnen haben sich nämlich gewünscht, den ollen Slendy hier im Ring zu sehen! Und wenn Sie jetzt weitere Wünsche haben, Sie wissen, wo sie es hinschreiben können. Also dann: Bis zum nächsten Clash!“


Der Bildschirm wurde schwarz.



Spät in der Nacht beginnt der Fernseher leicht zu flimmern. Unscharf und verwackelt ist Tretschlaff zu sehen, die in der Arena steht. Sie beugt sich über die noch immer zuckende Finsternis, die am Boden der Arena liegt, ein Teil von Slender Mans Blut. Als sie es berührt, schlingt es sich um ihren Arm und versickert in ihrer Haut wie Wasser in trockener Erde. Sie kichert leise.

„Dass dürfte mir einen kleinen Vorteil gegen Zalgo einbringen“, flüstert sie. Wieder wird der Bildschirm schwarz.


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