FANDOM


Der Fernseher ging an, und ein junges Mädchen lächelte in die Kamera. „Hallo und Willkommen zu einem weiteren, spannenden Clash. Heute Abend haben wir wieder einen echten Star in unserer Arena. Die Frage ist: Ist sein Gegner ein bloßes Bauernopfer zur Unterhaltung der Zuschauer? Oder ein würdiger Gegner? Finden wir es heraus!“

Einmal mehr zeigte die Kamera nun das Stadion. Doch auf der Plattform des Moderatoren stand heute nicht der dickliche Implord, sondern Tretschlaff.

Moin, ihr alle! Tja... Es ist ihnen vielleicht nicht aufgefallen, aber ich bin nicht Daddy. Dies liegt daran, dass hier heute sein früherer Boss kämpft und man ihm unterstellen könnte, parteiisch zu sein. Er hat null Einfluss auf das Ergebnis, aber ihr kennt ihn. Nun, man könnte anmerken, dass er auch gegen BOB parteiisch war. Oder, dass Kim von ihm erdacht wurde und somit genauso seine Tochter sein sollte,wie ich. Aber Tatsache ist, er weigert sich, diesen Kampf zu moderieren. Und ich habe...“ Sie zog eine Textkarte, „... freiwillig all meine Termine fallen lassen, um ihn hier zu vertreten.“ Theatralisch mit den Augen rollend räusperte sie sich:

Sehr geehrte Damen und Herren, Kinder und Junggebliebene, ich präsentiere ihnen unseren Sieger des heutigen Abends. Den Kontrahenten in der weißen Hälfte, meine ich. Der Typ, über den ich keine Witze machen soll. Vorallem nicht über seine Klamotten... BEN!“

Langsam und doch schwungvoll trat der ehemalige Fadenzieher der BEN - Games (ach ja, und Antiheld dieser anderen Pasta, in der er erfunden wurde) auf das Feld und verbeugte sich vor dem Publikum. Während sein verzerrtes, kindliches Antlitz über die Ränke glitt, lächelte er durchgehend. Nur einmal gefror seine Miene kurz, bei einer jungen Frau im eleganten Gothic-Look, die ihm charmant die Zunge entgegenstreckte.

Und hier ist die andere Kandidatin:... Tja... Sie ist ein... normaler Mensch. Oder so. HERZLICHEN APPLAUS FÜÜÜÜÜÜÜR BROKEN DIAMOND! Klatscht nicht zu sarkastisch.“

Kim trat aufs Feld. Sie hatte sich das Haar zurückgebunden. Ihre Augen waren klar. Während sie auf ihre Position ging, murmelte sie leise vor sich hin: „Ein Diamant ist klar, ein Diamant ist kalt, ein Diamant währt ewig.“

Ben, der heute in eine wallende Menge aus dunklem Grün gehüllt war, beugte sich zu ihr herab. „Angst, mein kleiner Edelstein? Wenn du willst, tu ich dir nicht zu sehr weh. Ich bin kein vollkommenes Monster.“

Kim hob eine Augenbraue. „Wenn du nicht mit deiner vollen Kraft kämpfst, dann fühlen wir uns beide mies. Ich will würdevoll zerbrechen.“

Sie gab Tretschlaff ein Zeichen. „Wir sind soweit, Sis!“

Tretschlaff hob den Daumen. „Also gut. JETZT. WIRD. KIM NIEDERGEMACHT. ICH MEINE. GECLAAAAASHT!“

Ben ging sofort zum Angriff über: Seine Faust, umhüllt von grünem Stoff und Seetang, fuhr aus seinem Gewand und verfehlte Kim, die dem Hieb wieselschnell entkommen war, Bens Arm packte und brach, ohne dabei die Miene zu verziehen. Ben heulte auf und Kim sprang nun seinem Gesicht entgegen. Sofort öffnete Ben seinen unnatürlich großen, grinsenden Mund und ein Schwall grünes Wasser warf Kim zurück. Mit einem Ruck brachte er seinen Arm wieder ins Lot und attackierte abermals.

Zu beobachten, wie er Kim durch die Arena jagte, war tatsächlich faszinierend. Während sich Ben bewegte, veränderten sich seine Konturen und Proportionen fast durchgehend. Mal hatte er riesige Fäuste, mal war er selbst ein Koloss von sechs Metern, im nächsten Moment schien er wie ein Kleinkind und stieß mit einem Dolch zu, der Sekunden später wieder fort war.

Kim wiederum flitzte umher wie ein Derwisch. Präzise entging sie einem Vorstoß nach dem Anderen. Und dann, immer wenn sich Ben zu weit nach vorne beugte oder eine Lücke in seiner Deckung ließ, schlug sie blitzschnell zu. Ihr Körper war stärker und schneller, als der eines normalen Menschen, doch ihre Kraft fügte Ben nur mäßigen Schaden zu. Dennoch, sie machte ihre Sache gut und Reporter, die Artikel über Bens Sieg in den ersten zehn Sekunden schon vorgeschrieben hatten, zerrissen mürrisch ihre Notizblöcke. Als Kim Ben ihre Stirn ins Gesicht rammte und ihn damit zum ersten Mal zum Fall brachte, klatschten sogar ein paar Leute.

Ben erhob sich grinsend und sah Kim genau an.

„Nun, nicht übel. Aus dir kann etwas werden, Kim. Eines Tages.“

„Vielleicht werde ich heute schon etwas“, entgegnete Kim.

Ich tippe auf eine blutige Masse aus gebrochenen Eingeweiden und zermatschten Knochen.“

Der Broken Diamond blinzelte und ihre Augen wurden Eis. Sogar schneller als zuvor sprang sie Ben an und trat ihm vor die Brust. Er taumelte und sie setzte nach. Tritt für Schlag, Kopfnuss für Ellbogenstoß trieb sie den Horrorgott zurück. Ben grinste noch immer, aber einige sehr aufmerksame Beobachter (Tretschlaff und die junge Goth) sahen Anzeichen von Nervosität in seinen Augen. Wallend und grün wie Meereswellen suchte er Schutz in seinem Mantel, aber Kim war schnell wie ein Blitz und gnadenlos. Rasch gerieten sie an den Rand der Arena.

Broken Diamond ging auf Distanz um den nächsten Schlag vorzubereiten.

Ben sah seine Chance und ein grüner Schwall entstieg seinem Ärmel, schoss wie eine Gewehrkugel auf das Mädchen zu. Sie entging dem Strom fast, er streifte nur ihre Schulter und klammerte sich an Bens Arm. Er wollte sie abschütteln, riss den Arm hoch und warf Kim dabei in die Luft.

Der Broken Diamond wirbelte in der Luft herum und schmunzelte. „Schlechte Entscheidung.“

„Das hat auch Implord gesagt, als ich damals den Vertrag für Ben Games unterschrieben habe.“

Kim stieß herab und rammte Ben kurzerhand in den Boden.

Für ein paar Sekunden starrten alle auf das große, schwarze Loch in der Arena.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass schon größere Kräfte auf diesen Boden geprallt sind. Implord verändert die Bodendicke je nachdem, was dramaturgisch gerade sinnig scheint“, bemerkte Tretschlaff, „Zählt der Keller noch zur Arena? Ich meine, ich weiß nicht, ob es hier so etwas wie ein Arena-Aus gibt, aber...“

Bens Hand schoss aus dem Loch und der Horrorgott stemmte sich hoch.

„ICH GLAUBE, ICH HABE DEN MANN VON DER GEZ ERSCHLAGEN.“

Dann muss ich es nicht mehr tun.“

Kaum richtete Ben seine Aufmerksamkeit wieder auf den Kampf, war Broken auch schon wieder da. Wieder schlug und trat sie nach ihm, doch jetzt zogen ihre Beine schwarze Schlieren.

Was Sie hier sehen ist ein kleiner Trick von Broken Diamond“, erläuterte Tretschlaff, „Sie erstellt einen sogenannten Entscheidungsraum. Wenn sie ein Opfer darin fängt, bleiben diesem verschiedene Handlungsoptionen. Sagen wir in etwa, das Opfer erhält in diesem Raum zwei Messer. Um zu entkommen muss er sich mit einem Messer einen Finger abtrennen. Aber ein Messer ist vergiftet und das andere enthält Schmerzverstärker.“

Weiter wirbelte Broken um Ben und die dunklen Schlieren begannen ein Gebilde um ihn zu formen. In der Sekunde, wo es sich schloss, würde Ben in Brokens Bann sein. Ihr finaler, mächtigster Trick.

„DU BIST EINE DER BEGABTESTEN KÄMPFERINNEN DIE ICH KENNE“ , sagte Ben lächelnd. „Danke“, erwiderte Broken, „du bist das sympathischste, unheimlich grinsende Videospielmonster das ich je (mit meinem Fuß) getroffen habe.“

„NETT VON DIR, ABER DICH MEINE ICH NICHT.“

Ein kleiner Ruck ging durch Broken als die Kettenklinge ihren Körper durchbohrte.

Kim keuchte und sah hinter sich. Eine weitere Person hatte die Arena betreten, ein Mädchen, etwas älter als sie, gehüllt in eine silberne Rüstung, umgeben von wirbelnden Kettenklingen.

„Wer...“, brachte Broken hervor, dann schleuderte sie das Mädchen in die Luft, sodass sie gegen die Decke prallte und einen blutigen Abdruck hinterließ. Sie fiel, krachte auf den Arenaboden und Ben hämmerte fatal auf ihren kleinen, zerbrochenen Körper.

Das Publikum sah die Szenerie schweigend an. Dann brach sie in Jubel aus.

Waren Drohnen erlaubt? Oder: Exdrohnen? Darf Slendy seine Proxys mit in die Arena nehmen? Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt, aber die Leute klatschen, also...“

Ben beugte sich zu dem Mädchen hinab. „Hallo, Any. Wie lange ist es her?“

„Dass ich deine Drecksarbeit erledigen durfte? Du hättest sie jederzeit selbst erledigen können.“

„Nun, ja, aber das hätte kein cooles Überraschungsmomentum gehabt. Ich brauche Sponsoren!“

Die Beiden lachten, aber dabei beugte sich Any leicht vor. „Ist alles vorbereitet?“, fragte sie. Ben nickte kaum merklich und das Mädchen verneigte sich und verließ schmunzelnd die Arena.

Nun, jetzt muss ich wohl eine Rede zum Schluss halten. Also... Alles lief so, wie es erwartet wurde,es war ein anerkennungswürdiger Kampf, die Souvenirshops befinden sich links vom Ausgang... Ah, ja: In den Kommentaren halten wir einen Wettbewerb ab: Nennen sie uns das Areal, welches sie für das Unheimlichste halten, ob Friedhof, Krankenhaus oder die Berliner U- Bahn... Wozu? Nun, wer weiß. Dinge passieren, sage ich nur.

Wen würden sie den gerne in den nächsten Kämpfen metzeln und siegen sehen? Hm? Nun, man sieht sich. Bald.“


Der Bildschirm ging aus.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki