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Der Bildschirm ging an, ein junges Mädchen lächelte in die Kamera:

Guten Abend, liebe Zuschauer. In wenigen Sekunden wird der allererste #CreepClash beginnen. Monster, Killer, Ausgeburten von Angst und Hass aus aller Welt, werden sich hier in der Arena versammeln und um den Titel des Horrorkönigs kämpfen. Mein Name ist Alice und ich werde ihnen zu Beginn jeder Folge die Aufstellung des abendlichen Kampfes mitteilen. Heute Abend, in etwa, haben wir ein kleines Kochduell vor uns. In der Arena unter meinen Füßen warten bereits die Kontrahenten: Vergo und Mister Mix.

Wer wird als Sieger hervorgehen und wer wird blutend in die Schatten zurückkriechen, die ihn ausgespien haben? Aber das war's von mir. Hier ist ihr Moderator!“


Die Kamera zeigte nun ein Stadion. Der Boden bestand aus Stahl und in der Mitte war eine Plattform aus schwarzem Stein, verziert mit eigenartigen Schlieren. Auf der Plattform, wiederum, saß ein Junge, gerade jung genug um kein junger Mann zu sein. Er trug einen schwarzen Mantel und war dick, allerdings auch kräftig und mit breiten Schultern ausgestattet. Die Hände des Jungen vibrierten vor Aufregung. Er hob den Kopf und blickte in die Kamera. Er hatte langes Haar, die Farbe lag irgendwo zwischen Goldblond und hellem Braun, und einen rötlichen Bart, der ein breites, unregelmäßiges Grinsen einrahmte. Die trüben Augen lagen hinter einer dürftig geputzten Brille mit breitem Rahmen. Er begann zu sprechen:

Guten Abend, meine Damen und Herren. Sie kennen mich eventuell. Mein Name ist Implord und ich bin der Veranstalter des diesjährigen #CreepClashs. Hier werden wir in blutigen Kämpfen erfahren... Nun, ehrlich gesagt, dass klingt alles so, als hätte es einen tieferen Zweck, aber der eigentliche Grund, aus dem ich dies alles hier veranstalte, ist simpel: Mir war langweilig.

Aber gut, sie wollen mir vermutlich nicht länger beim Faseln zuhören, oder?“

Unter der Plattform, auf der der schwergewichtige Moderator saß und ins Publikum grinste, tat sich der Boden auf und gab eine monochrom gehaltene Arena frei. Die Plattform schwebte nun in der Luft, gut zwölf Meter über dem Boden.


In der schwarzen Hälfte haben wir heute Abend den Veranstalter der einzigen guten Koch- show, die ich kenne, der Richter der Abartigen, der Kannibale aus dem Kanal: VERGO!“

Ein blasser Junge mit Maske betrat die Arena, gekleidet in einen festlichen Anzug, das Gesicht von einer weißen Maske bedeckt. In der Hand hielt er ein großes Messer, ein charmantes Lächeln auf dem Gesicht. Das Publikum begann zu Jubeln. Vergo wandte sich den Massen zu und verbeugte sich. „Danke, meine Damen und Herren. Es ist mir wirklich eine Ehre, heute Abend hier zu sein.“

Er wollte noch etwas sagen, aber da meldete sich wieder der Moderator, Implord:


In der weißen Hälfte wiederum, haben wir einen etwas erfahreneren Kandidaten. Alleine auf den Wunsch von Mister Vergo, haben wir ihn dennoch als geeigneten Gegner zugelassen: Den Chef des Schreckens, den Knochenkoch, den Besetzter der Besessenen: MISTER MIX!“


Der zweite Kontrahent war wesentlich größer, als der schmächtige Vergo, ein Koloss aus Fett und ein wahrer Riese dazu. Er trug ein geradezu klischeehaftes Kostüm eines Küchenchefs und zwirbelte sich den Schnauzer. Sein Blick traf den Vergos und ein widerwärtiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Gierig leckte er sich die feisten Lippen. Vergo schmunzelte einfach galant in sich hinein. Er freute sich offenbar auf das Kommende.


Also dann: Jetzt. Wird. GECLASHT!“

Mister Mix lachte. Es war ein dröhnendes, freudloses Lachen. Im Publikum begannen die ersten Leute bereits zu wimmern. Dann löste sich vor dem fetten Koch etwas aus der Luft, erscheinend aus vielen kleinen Blöcken, ähnlich den Pixeln in älteren Videospielen: Eine Rührschüssel und ein Kochlöffel. Mister Mix packte beide Objekte und begann zu rühren, ohne auch nur eine Sekunde aufzuhören zu lachen. Während der Löffel durch die Schüssel schwang, passierte etwas: Aus den Zuschauern, die das Lachen des Kochs beeinflusst hatte, stieg ein gelber Schimmer auf, stärker bei den jungen Zuschauern, schwächer bei den Älteren. Der Schimmer wurde in die Schüssel gezogen und begann um den Löffel zu wirbeln wie glimmender, gelber Teig.

Vergo beobachtete seinen Gegner einige Augenblicke und drehte sich wieder dem Publikum zu.

„Aber, aber“, verkündete er theatralisch, „Da haben wir ein paar feine Zutaten für meinen heutigen Auftritt, nicht wahr?“ Er blickt kurz in die Kamera und zwinkert schelmisch.

„Also, verehrtes Publikum, heute zeige ich ihnen, wie man, und entschuldigen sie bitte diesen Kalauer, einen Chef in die Pfanne haut.“

Nervöses Gelächter hallte in der Arena wieder.

Nun...“, bemerkte Implord, „Der wäre vermutlich besser angekommen, wenn unser Mister Mix nicht gerade die Lebensenergie aus den Versammelten saugen würde... Das sollte eigentlich auch nicht...“


In diesem Moment hob Mister Mix den Kochlöffel. Ein Schweif aus klebriger, gelber Masse folgte.

Soll ich dir ein Geheimnis verraten?“

Er riss den Löffel nach vorne und Klumpen der Masse wirbelten durch die Luft, jeder so groß wie ein durchschnittlicher Ziegelstein. Vergo wich dem ersten Brocken aus. Er traf dem Boden hinter ihm und explodierte, was den zierlichen Kannibalen zwar durch die Luft, kontraproduktiver Weise aber auch aus dem Radius der anderen Projektile warf. Er landete gekonnt auf beiden Füßen und richtete sich kurz das Haar. Mister Mix lachte gellend und holte wieder aus.

Das Publikum keuchte mittlerweile, ein paar fielen in Ohnmacht. Mix saugte das Leben aus der Audienz. Vergo machte ein missfallendes Geräusch. Den Zuschauern so zu schaden, widerstrebte seinen Idealen. Als die neue Ladung teigiger Projektile auf ihn zuflog, wich er nicht aus.

Stattdessen ließ er sein Messer durch die Luft schnellen, der erste Klumpen wurde zerteilt und landete als matschige, nutzlose Masse am Boden. So erging es Nummer Zwei, so erging es Nummer drei. Nummer vier verfehlte den Kopf Vergos um Zentimeter, landete jedoch fast am Rand der Arena, wo er explodierte, ohne dabei irgendjemanden Schaden zu können. Nur noch ein Klumpen war in der Luft.

„Wie sie sicher sehen können“, erzählte Vergo gelassen, „mangelt es diesem Wesen vollkommen an jeder Präzision und Ästhetik.“ Er drehte das Messer in seiner Hand um 90° und holte aus.

„Somit ist es kein Problem...“ Der Klumpen hatte ihn fast erreicht, aber Vergo schlug blitzschnell zu. Wie ein Tennisball prallte der Angriff von der flachen Seite des Messers ab und kehrte mit doppelter Geschwindigkeit zum Urheber zurück. Mister Mix wurde am Bauch getroffen und grunzte wütend, als seine eigene Teigbombe an ihm explodierte. Sehr viel mehr Schaden nahm er jedoch nicht.

„... seine Angriffe gegen ihn zu verwenden. Um ihn jedoch zuzubereiten, sollten sie ihn jedoch so ungefährlich wie möglich machen.“ Vergo trat auf Mister Mix zu. Mix brüllte hallend. Sein Grinsen war nun grotesk verzerrt.

Ich bin Mister Mix!“

Vergo sah den Kochlöffel kommen und sprang. Es war kein besonders hoher Sprung, nichts, was ein normaler Mensch nicht auch geschafft hätte, aber die Art, wie er den Löffel unter sich hindurch sausen ließ, lies den robusteren Teil der Zuschauer begeistert johlen und klatschen.

Vergo stach in der Luft mit dem Messer in den weichen Bauch des Riesen und begann, seinen gewaltigen Körper zu erklimmen. An den Stellen, an denen er sein Messer ins weiche Fleisch stach, trat klebriges, gelbes Blut aus. Mix brüllte wütend und schlug wieder und wieder mit seinem Löffel zu. Nicht nur einmal traf er sich dabei selbst und jaulte noch lauter. Es war das Heulen eines Wesens, dass absolut keine Erfahrung damit hatte, selbst Schmerz zu erleiden.

Vielleicht, dachte so mancher Beobachter, machte ihn genau das in diesem Moment schwach.

„Natürlich kann eine CreepyPasta nicht vollkommen entwaffnet werden“, sagte Vergo und tänzelte auf die Schulter des Hünen, „Selbst, wenn sie über keine übernatürlichen Kräfte verfügen, ihre primäre Waffe kann weder zerstört noch dauerhaft von ihnen getrennt werden. Alle weiteren Utensilien jedoch...“ Der Löffel sauste heran und Vergo konnte gerade so ausweichen. Mix selbst traf sich jedoch im Gesicht und heulte auf. Als er sich schüttelte, fiel Vergo von seinem Arm und schlug krachend auf dem Boden auf. Mix erkannte seine Chance und ließ den Boden seiner Schüssel auf den kleineren Koch niedersausen. Es gab ein ekelhaftes Knacken und Vergo war unter der Schüssel begraben. Das Publikum hielt den Atem an.

Mix grinsen wuchs. „ICH BIN MISTER MIX! ICH BIN...“

„... können zerstört werden.“

In der Schüssel bildeten sich Risse. Der widerliche Teig trat aus, lief über die Hand des Riesen und zischte. Er brüllte vor Schmerz. Und aus dem Teig tauchte Vergo auf: Er hatte den Schüsselboden mit dem Messer zerschlagen und die Risse dann nach außen verlängert. Das Publikum, Vergo war ganz offensichtlich ihr Favorit, rastete fast aus, vor allem, da die Leute, denen Vergo die Energie entzogen hatte, plötzlich wieder voll bei Sinnen waren. Nicht wenige riefen seinen Namen aus, als wäre er der Star in einem Fußballspiel: „Vergo! Vergo!“

Vergo winkte seinen Fans zu. Der Teig brodelte auch auf ihm, doch es schien ihn nicht zu stören.


So eine Überraschung!“, verkündete Implord übers Mikro, „Dieser Kampf könnte noch richtig spannend werden!“

Vergo sah zu Mister Mix hoch. „Also gut. Der nächste Schritt ist, natürlich, die eigentliche Zubereitung. Wir beginnen mit einem kleinen Einschnitt...“ Mit einer Handbewegung, als klopfe er Staub ab, entfernte er den Teig von seinem Anzug. Er landete auf dem Arenaboden und begann, sich hineinzufressen.Vergo trat vor und stach Mix sein Messer in den Bauch.

Mix sah ihn stumm an. Dann grinste er und streckte seine nun freie Hand nach ihm aus.

„.den wir nach oben fortsetzten...“ Erneut begann der kleine Koch den Menschenberg zu besteigen.

Mix versuchte ihn zu packen, grapschte und schlug nach ihm, aber Vergo war flink wie ein Wiesel.

„Links... Hoch... Rechts...“ Aber Mix ließ nicht locker. Sein Angriff folgten Vergo über seine Arme, seine Schultern, seinen Rücken. Und dann, als Vergo auf seinen Kopf zuhielt, öffnete er den Mund und grünliche Säure ergoss sich über den Jungen.

Vergo sah den Angriff kommen und sprintete zur Seite, eilte auf die Schulter des Kolosses, aber eine zweite Woge traf seinen Fuß und verätzte ihn zu einem nutzlosen Stummel.

Vergo schrie und stolperte, blieb auf der Schulter des Riesenkochs liegen.

Mister Mix grinste. „ICH BIN MISTER MIX! SHHHHH...“

Damit senkte er seinen Kopf zu seiner Schulter, wobei er ihn grotesk verdrehte, um seinen Feind zu verschlingen. Und plötzlich zogen sich gelbe Linien über Mister Mix. Über seinen Bauch, seinen wulstigen Hals, seinen Rücken seine Arme, überall breitete sich sein teigiges Blut aus. Er blinzelte verdutzt, dann zerfiel er in seine Einzelteile.


Nun, vielleicht doch nicht so spannend“, kommentierte Implord gut gelaunt, „Aber dennoch eine würdige Eröffnung dieses Turniers. Oh, wie ich sehe, wird Mister Vergo vom Feld geführt, sein Fuß muss behandelt werden. Aber trotz der Schmerzen lächelt und winkt er seinen Fans zu. Die vier Leute, die auf Mix gewettet haben, gucken etwas verstimmt. Aber keine Sorge, CreepyPasta sind ein zäher Haufen. Etwas Klebeband und er kann Ihre Kinder wieder in ihren Albträumen heimsuchen. Nur der Titel ist für ihn gestorben. Aber Vergo ist weiter und wir sind gespannt, wen es bald wieder in die Arena verschlägt. Irgendwelche Tipps?“

Der Bildschirm geht aus.



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